Physische Sicherheit im Fokus: Mein Vortrag beim 1. Wirtschaftsschutztag Hessen

Eine Warnweste ist kein Besucherausweis. Eine angelehnte Tür keine Zutrittskontrolle. Und trotzdem können genau solche Alltagssituationen darüber entscheiden, wie weit eine unbefugte Person in einem Unternehmen kommt. Am 28. Oktober 2026 spreche ich beim 1. Wirtschaftsschutztag des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen in Wiesbaden über „Physische Sicherheit – der unterschätzte Angriffsvektor“.

Die Veranstaltung steht unter dem Thema „Hybride Angriffe – Spionage, Sabotage, Cyberangriffe“. Mein Beitrag richtet den Blick auf die Verbindung zwischen Gebäudesicherheit, betrieblichen Abläufen und Cybersicherheit.

Was passiert, wenn jemand einfach hereinkommt?

Unternehmen investieren in den Schutz ihrer IT. Doch was passiert, wenn eine fremde Person am Empfang vorbeikommt, einen Technikraum erreicht oder Zugang zu Geräten und Netzwerkanschlüssen erhält?

Physischer Zutritt bedeutet nicht automatisch die vollständige Übernahme eines Netzwerks. Er kann aber Schutzmaßnahmen umgehen und weitere Angriffswege eröffnen. Wie weit ein Angreifer tatsächlich kommt, hängt davon ab, welche Barrieren dahinter noch greifen.

Genau dieses Zusammenspiel untersuche ich bei physischen Penetrationstests: Gebäude und Gelände, Besuchermanagement, technische Schutzmaßnahmen und den Umgang mit vermeintlich vertrauten Personen.

Geschichten aus der Praxis – und Fragen für den eigenen Betrieb

In meinem Vortrag zeige ich anhand von Praxisbeispielen, wo physische Sicherheit im Alltag scheitern kann. Es geht um offene Türen, zugängliche Technik, überzeugendes Auftreten und vermeintlich kleine Nachlässigkeiten mit möglichen großen Folgen.

Dazu gehören auch ungewöhnliche Fundstücke und Situationen, bei denen man zunächst schmunzelt. Entscheidend ist jedoch die Frage dahinter: Was lässt sich daraus für den eigenen Betrieb lernen?

Drei Fragen können bereits einen guten Ausgangspunkt bilden:

  • Wer prüft, ob Besucher und Dienstleister tatsächlich berechtigt sind?

  • Welche Räume, Geräte und Anschlüsse sind im Alltag erreichbar?

  • Wer reagiert, wenn unbekannte Personen oder fremde Geräte auffallen?

Physische Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Gebäudeverantwortlichen, IT, Informationssicherheit, Führungskräften und Mitarbeitenden. Ein abgestimmter Sicherheitstest hilft dabei, die Übergänge zwischen diesen Verantwortungsbereichen zu überprüfen.

Mein Vortrag findet von 13:00 bis 13:45 Uhr im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz in Wiesbaden statt.

Ich freue mich auf den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Sicherheitsbehörden – und auf die Frage, die sich jede Organisation stellen sollte:

Wie weit würde jemand bei Ihnen kommen?

Weitere Einblicke, Fachbeiträge und eine Vortragsaufzeichnung finden Sie auf physical-hacking.de.